Dein Kind – Dein Spiegelbild

Gestern in der Kita hatte ich ein Gespräch mit unserer Lieblingskindergärtnerin.

Ich hörte mir an, wie Mia sich entwickelt und immer wieder fielen die Worte : selbstbewusst, neugierig, selbstsicher, lebensfroh und glücklich.

Und in dem Moment freut man sich natürlich als Mutter, lächelt zufrieden. Was gibt es schöneres als solche Dinge auch von anderen Menschen über sein Kind zu hören..Ich mein, ich sehe all diese Dinge ja ebenfalls bei ihr und sie bereichern mir ständig meinen Tag.

Die Angst das Mia sich anders entwickelt, war und ist immer da. Denn auch mir als Frau, die die meisten Dinge alleine wuppen muss, gelingt nicht alles ohne Anstrengung. Auch ich muss mal runter kommen, den Haushalt liegen lassen und auch mir ist nicht immer zum lachen zumute. Dann muss sich das Kind auch mal alleine beschäftigen, wenn Mama gerade mal nicht kann und eine Pause braucht.

All das ist normal und hat in der Erziehung bei Mia keinen negativen Abbruch getan.

Sie ist wie sie ist und immer war. Kommt öfters am Tag zu mir, setzt sich in meinen Schoß, legt ihre Arme um meinen Hals um mir dann mit ihrer Mausstimme zu sagen, das sie ihre Mama lieb hat. Spätestens dann weiß ich, es ist alles ok. Puuh, aufatmen, weiter leben.

Der Spruch der Kindergärtnerin aufgrund meiner Sorge Mia könnte evtl. Schaden davon tragen, wenn Mama mal nicht in der besten Laune ist und nicht wie die anderen 6 Tage die Woche mit ihr das „Power-Spaß-Programm“ durchzieht, fand ich im ersten Moment komisch. Sie wäre das Spiegelbild meines Wesens.. ich musste lachen.

Ich musste mir und sowohl auch ihr gestehen, das Mia eher mein kleiner „Retter“ ist. Das ich mir oft am Tag denke : Danke. Danke dass du so bist wie du bist und ich mir immer wieder von dir abgucken darf, wie du durch das Leben gehst. Frei, ohne Sorgen und glücklich. Bereit für die Welt, den nächsten Moment.

In düsteren Momenten denke ich am Ende immer an mein Kind. Denke mir, ich sollte mir eine Scheibe von ihr abschneiden. Gehe zu ihr, nehme sie in den Arm und zack, hab ich mir ne kleine Scheibe abgeschnitten. Und das ganz ohne dass es ihr weh tut.

Aber auf der anderen Seite hatte sie ja irgendwie recht. Ich gebe meinem  Kind den „Nährboden“. Wie oft küsse ich sie, schmuse mit ihr und blödel mit ihr herum? Wie oft spielen wir zusammen, fangen uns und liegen uns lachend in den Armen? Sie bekommt einen Haufen an Aufmerksamkeit, sie bekommt „Nahrung“ zum glücklich sein, zum wachsen mit ganz viel Selbstbewusstsein. Diese „Nahrung“ nennt sich Liebe, Mutterliebe.

Heute, zum Beginn der 5. Jahreszeit bei uns im Rheinland, flatterte sie mit ihrem Feenkostüm ununterbrochen mit so einer super Laune durch unsere Wohnung, lachte laut als wir im Supermarkt einkaufen waren und pflückte mir draußen Blumen. Kleine hässliche Gänseblümchen die für sie die Schönsten überhaupt waren. Gab mir Küsschen auf meine Nase und haute mir mal keine runter. Sie war ja heute schließlich eine kleine Fee. Und die sind ja immer lieb und zart.

Dieses kleine Kostüm hat sie so glücklich gemacht, das sie nicht einmal gemeckert hat, ein „Nein“ aus ihrem Mund heute so gut wie nie raus kam und sonst hab ich auch nur ein Lächeln in ihrem Gesicht gesehen. Das war für mich ein Sonnenscheintag wie im Bilderbuch.

Was ich damit sagen will ? Zieht euren Trotzkindern ein Kostüm ihrer Wahl an, besonders an Tagen wo es euch nicht gut geht, glaubt mir, euer Kind wird für euch die gute Laune gleich doppelt mit im Gepäck haben. Oder in unserem Fall, in den Flüüügeln. Ganz ohne RedBull versteht sich.

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