Sonntage

Jaja, diese Sonntage.

Von einigen gehasst, weil es dann immer nur noch wenige Stunden bis zu Montag sind und von manchen geliebt, so wie von uns.

Sonntage mochte ich jedoch auch nicht immer. Vorallem nicht, wenn ich am nächsten Tag zur Ausbildung musste (blöder Chef) , oder als ich noch unfreiwillig zur Schule ging (alles blöd außer meine coolen Freunde) .

Irgendwann, so im Laufe des Mutterdaseins, fing ich an mir meine öden Sonntage zu etwas ganz Besonderem zu machen. Das Mia schon morgens das Erste ist was ich sehe, daran habe ich mich schon vor 3 Wochen gewöhnen müssen..sobald die nämlich das erste Mal wach wird, geht ihre Sirene gar nicht mehr an, nö, man klettert jetzt mit 2 Jahren einfach mal über das Gitterbett (nächsten Monat gibt`s dann wohl ein Neues, für stinkalte Kinder).

Nachdem mich mein Kind also morgens total süß anstrahlt, gibt sie mir auch schon im nächsten Moment zu verstehen, ich soll mal ganz schnell meinen Hintern in die Küche bewegen um ihr ihren Kakao zu machen. Mach ich. Bin ja schließlich eine gut erzogene Mutter.

Kakao also ersmal für`s Kind, das gemütlich und eingekuschelt mit Decke schon sein Fernsehprogramm schaut. („Nein Mia, das Kikaninnchen läuft nur in der Woche. Wir haben Wochenende. W O C H E N E N D E. Verstehste wenn du mal groß bist. Ist was ganz Tolles“)

Und ich trinke meinen Kaffee im 0,5 l Becher. 2x. Bevor es dann `nen Herzkasper gibt, gehen wir gemeinsam Brötchen holen und ich freu mich schon sehr, das sie dies eines Tages alleine machen kann. Wenn ich sie überhaupt lassen sollte. Glaube bis zur 8. Klasse werde ich sie immer noch zur Schule fahren..

Das Frühstück wird im Bett bzw. meinem Schlafsofa verputzt, Krümel werden auf den Boden geworfen, ich muss ja eh saugen.

Nach vielen Kuscheleinheiten wird die Kiste ausgemacht, Mia geht spielen oder mich nerven, wir tanzen zwischendruch zu Radiomusik und zwischen meiner alltäglichen Hausarbeit, die ich auch an Sonntagen nicht auslassen kann bzw. möchte, knutsche ich sie nieder, drehe sie in der Luft oder wische mit ihr den Boden, was sie ja zum schießen findet und immer nur „nochmal, nochmal Mama“ ruft.

Mittagsschlaf gibt`s bei uns nicht mehr, also muss Mia sich in der Zeit mit ihrer Mutter zufrieden geben. Das heißt spielen, malen, kneten oder auch mal die Oma besuchen. Manchmal sitze ich auch nur neben ihr am Tisch und bearbeite meine Sachen. Schreibe in mein Notizblock, surfe im Internet und male zwischendurch immer mal ihre Handfläche auf Papier, was sie mir entgegen hält.

Mittagessen versuch ich meist mit ihr zusammen zu kochen. Macht Spaß und schmecken tut es am Ende trotzdem, auch wenn es länger dauert. Aber ihre strahlenden Kinderaugen beim aufschlagen eines Ei`s…unbezahlbar!

Dann geht es raus. Raus, raus, raus. Sauerstoff einatmen, das Leben aufsaugen, was erleben.

In die leere Stadt, Donut`s oder auch mal `nen Berliner sich genehmigen, sich den Zucker von den Fingerchen lecken und auf dem Weg zurück in der Bahn mir von Mia erklären lassen, das sie mich lieb hat. Patsch. Zuckerhand im Gesicht und ein lautes Lachen deines Kindes wo ein Blick in ihren Mund dir sagt : „Vergiss bloß nicht ihr die Zähne zu putzen! Karies!!“ .

Der Sandmann läuft zum Glück auch am Wochenende, die Milch aus der Mikrowelle auch. Ab in`s Bett also für die Prinzessin Zucker, und das Muttchen freut sich auf die neue Woche. Und auf den nächsten Sonntag.

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